Gemeindeversammlung am 4. März

Die strukturellen Rahmenbedingungen gemeindlichen Lebens verändern sich. Die einzelnen Kirchengemeinden müssen ihren Weg finden. In unserer Seelsorgeeinheit wollen wir diesen Prozess transparent und offen gestalten. Jeder, der sich auf die eine oder andere Weise unserer Gemeinde verbunden fühlt, ist eingeladen mitzudiskutieren und mitzugestalten.

Allein schon die Zahl der im vergangenen Jahr in Deutschland neu geweihten Priester macht die Notwendigkeit einer Veränderung unseres kirchlichen Lebens Deutschland deutlich. Waren es 1962 557 Priesterweihen, 2000 noch 154, so sank die Zahl 2017 auf 76. Der Trend setzt sich fort. Auch scheinen die Tage des „Priesterimports“ gezählt zu sein, nachdem der für Afrika und Asien zuständige Kurienkardinal Fernando Filoni ganz im Sinne von Papst Franziskus gefordert hat, dass die einheimischen Priester in die Slums gehen sollten statt nach Europa. Für uns heißt dies, ob wir wollen oder nicht, dass wir uns von dem Gemeindebild verabschieden müssen, in dem die meisten von uns noch groß geworden sind.

Die Diözese Poitiers im Westen Frankreichs hat schon unmittelbar nach dem 2. Vatikanischen Konzil, inspiriert durch dessen Theologie des Volkes Gottes und noch ohne den zumindest akuten Druck des Priestermangels, einen Weg beschritten, der als Vorbild dienen kann.
Dieser Weg ist getragen von dem Glauben, dass jeder Christ empfängt mit seiner Taufe eine Berufung. Durch die Taufe befähigt der Geist Gottes die Gläubigen, das Reich Gottes hier und heute zu entdecken und zu verwirklichen. Als Getauften sind wir von Gott eingeladen, unsere eigene Berufung wahrzunehmen, sie in die Gemeinde einzubringen und in geschwisterlicher Zusammenarbeit und in einem gegenseitigen Vertrauen den Weg der Gemeinde mitzugehen und mitzugestalten.

In der Diözese Poitiers und auch hier in Deutschland in Bonn haben sich auf der Grundlage dieser Glaubenswahrheiten gemeindliche Strukturen entwickelt, die auf der Gemeinde-versammlung vorgestellt und diskutiert werden sollen, um zu sehen, ob und inwieweit diese auch uns als Orientierung für unseren Weg dienen können.